Vilmány ist das Nachbardorf von Göncruszka. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Roma (ca.80%). Seit 16 Jahren arbeitet Pfarrerin Zsuzsa Sohajda mit viel Liebe und Begeisterung und grossem Durchhaltevermögen hier im Auftrag der reformierten Kirchgemeinde, um „Gottes Liebe sichtbar und erlebbar zu machen“ durch ihre Liebe zu diesen Menschen, die oft „am Rand“ leben. 

Schutzhaus20160816_093304Das Kirchgemeindehaus (von den Romamüttern „Schutzhaus“ genannt) und das dort angebotene Programm ist für viele eine erste Chance, ihr Leben zu verbessern.
Jeden Vormittag gibt es eine Gruppe „sicherer Anfang“ für die jungen Mütter mit ihren Kindern bis 3 Jahre. Säuglingspflege, Ernährung, Spielen mit den Kindern und mit vorhandenem Spielzeug, Baden, Duschen, Waschen von Kleidern … vieles will helfen, Leben zu gestalten und so zu verbessern. Auch das zusammen Essen ist wichtig. Oft wird auch zusammen gekocht, was zuhause meist nicht stattfindet.                                                                                                                  Seit einem Jahr kommt auch einmal monatlich eine Kinderärztin ins Schutzhaus, um Mütter und Kinder zu behandeln und zu beraten. Eine Arztpraxis gibt es nicht in Vilmány. 

Am Nachmittag finden für Schulkinder verschiedene Aktivitäten statt: Hausaufgabenhilfe, Musikunterricht, gemeinsames Kochen und essen, Gemüsebeet im Garten pflegen, Berufsberatung, Gesprächsrunden … alles mit dem Ziel, die Kinder und Jugendlichen zu Eigenverantwortung zu ermutigen. Das gemeinsame Essen ist wichtig, weil es zuhause oft nichts zu essen gibt. Deshalb gehen diese Programme auch in den Schulferien weiter.

Und ganz wichtig für alle Altersstufen: Bibelgespräche – in der Hoffnung, dass die Menschen entdecken, dass Gott sie liebt – so wie sie sind. Auch das legt einen Grund ins Leben.

Diese Unterstützung in Vilmány beruht jedoch nicht auf gönnerhaften Almosen. Partizipation und Einsatz stehen im Zentrum. Immer wieder geht Zsuzsa mit den Jugendlichen und auch den Müttern z.B. Abfall einsammeln im Dorf – und für jeden vollen Abfallsack gibt es dann z.B. einen Sack Kartoffeln. Etwas selber tun, um die Lebensumstände zu verbessern … das ist wichtig. schutzhausDSC_0011     schutzhaus Aufenthalt

Projekte der Roma-Förderung werden von mehreren anderen Partnern (in der Schweiz, Niederlanden, der EU und in Ungarn selbst) unterstützt und mitfinanziert. Vieles geht auf die Initiative „Chance geben“ des lokalen Pfarrerehepaars Sohajda seit 2004 zurück. Und jetzt kommen auch bereits junge Mütter mit ihren Kindern ins Schutzhaus, die bereits als Kinder selbst schon hier waren.

Direkt hinter dem Schutzhaus steht das alte ehemalige Pfarrhaus… mit Garten … seit Jahren nicht genutzt, weil in schlechtem Zustand …

und dort sollen jetzt Räume eingerichtet werden für diese Arbeit (auch mit finanzieller Hilfe durch das reformierte ungarische Hilfswerk und andere Organisationen):

Eine Waschküche mit Waschmaschinen und Tumbler (viele „Wohnungen“ haben keinen Wasseranschluss, kein elektrisch … sehr einfache Behausungen in schlechtem Zustand für Familien mit vielen Kindern) … und wenn die Mütter für ihre Kinder und Familien Kleider waschen lernen sollen (statt die schmutzigen Kleider als Heizmaterial im Winter zu nutzen) dann braucht es Waschmaschinen und Tumbler

Spielzimmer, einen Praxisraum für die Kinderärztin, der aber auch für anderes genutzt werden kann (Therapie, Gymnastik usw)

so sieht die zukünftige „Arztpraxis“ heute noch aus …

eine kleine Küche um zusammen zu kochen und anderes. Noch sind die Räume nicht ausgebaut, aber das Dach ist neu gedeckt, die Fenster sind ersetzt und das Gerümpel, das die Zimmer füllte, ist schon zum grössten Teil draussen … alles weitere geht Schritt für Schritt voran … hier noch ein kleiner Einblick:

Es gibt noch viel zu tun …